Dienstag, 10. November 2009

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Der Mann auf diesem Bild feiert heut Geburtstag. Also, theoretisch würde er das tun, jedoch ist er schon 204 Jahre tot. Nach 20 Jahre Mauerfall nun also 250 Jahre Schiller - Jubiläen am laufenden Band. Genauso gut könnte man der Sesamstraße nämlich heute auch zum 40sten gratulieren, aber nee, deutsches Kulturgut muss gewürdigt werden. Außerdem kann ich zu diesem Anlass mal wieder etwas anbringen, was ich gestern ohnehin schon mal verschickt habe und immer wieder niedlich finde... aufdass ihr auch die Zungen brecht beim Versuch, es auszusprechen! Es ist für alle die, die wie ich im Deutschunterricht damals mit dem Auswendiglernen von Gedichten getriezt wurden - ich musste damals durch alle Strophen von "Die Kraniche des Ibykus", durch den "Taucher" und natürlich den allseits beliebten "Handschuh"... Na gut, wollen wir mal nicht leugnen, dass der Herr Schiller damit schon was hübsches geschaffen hat. So lang man's nicht im Deutschunterricht vor einem Drachen und einer kompletten Klasse aufsagen muss.
Weil Schiller aber wohl auch dialekt gesprochen hat (und zwar schwäbisch wie's böse!), gibts statt Torte und Kerzen von mir auch Dialekt-Schiller, allerdings auf sächsisch. Nicht direkt von Schiller, sondern noch mal mit einem Umweg über Lene Voigt, aber eigentlich fast ein bisschen schöner. (Und richtig (vor-)gelesen ist es sogar noch schöner als nur abgelesen... aber das bleibt euch erspart. ;-) )
(Tipp: "dr" spricht sich ähnlich wie "dor". Nicht, dass es in den Notaufnahmen des Landes heute noch unerklärliche Fälle von Zungenverknotung gibt.)

 

De Bärchschaft

Es war mal ä gans gemeener Dyrann,
där schnauzte bloß egal de Unterdan' an.
die musst'n sich schinden bei schbärlichen Habben
un dorften drzu rächt viel Schteiern berabben.
Da meente Härr Damon, ä Demograd:
"Jetzt, Brieder, basst uff: ich dreh' änne Dad!"
Un schon wärchtr nein in de Aktenmabbe
fimf Handgranaden, die warn nich von Babbe.
Druff schlichr sich hin bei dn beesen Dyrann
un brannte drzu 'ne Zigarre sich an.
(Das dorftr nich machen, die hatn verraten,
's war ähmd noch ä Neiling in Addendads-Daden.)
Nu wurde mei Damon mit großn Gebrill
vorn Härrscher geschleeft, un där fragt, wasr will.
"Ich wollte dich eechentlich greilich ermorden,
doch - wiede ja siehst - is nu nischt draus geworden."
Druff feixte rächt hehnisch dr beese Dyrann:
"De wolltest mich deeden? Nu gugge doch an!"
Da riefr de Gnächte, zwee rohe Ganallchen:
"Gommt här jetz un leiert dän Gärl nuff an Galchen!"
"Nu, musses dänn gleich sin? Das geht nich so schnäll",
schbrach Damon, dr Handgranadn-Rebäll.
"ärscht muss ich mal runter nach Wurzen, mei Bäster,
da heirat de Glara, von mir änne Schwäster.
Ihr Liebster is Garle, von dämse ä Sohn hat,
un nu isse schon widder im siemten Monat.
Ich schtäll ooch ä Bärchen, dn Baule aus Borne.
Dän gannste an meiner Schtatt murksen im Zorne."
"Na scheen", meente Dyonis, gondle nur zu,
mir isses gans worscht, bammelt Baul oder du."
(Dänn dass dr Damon gäm widder zurick,
das gloobte dr Härrscher nich een Oochenblick.)
Gaum war nu de Glara de Frau von ihrn Mann,
lief heeme Härr Damon so schnäll alsr gann.
Doch gurz vorm Ziele, da fängts an ze gießen,
als wollte de Ärde in Subbe zerfließen.
"Härrjeh", schrie där Arme, "soll ich dänn verdärm?
Das is ja abscheilich - da nitzt ooch gee Schärm."
Un weil ja ä Unglick gommt säldn alleene,
rutscht ooch noch de Bricke fort; das war gemeene.
Gee Gahn war zu sähn. Da rief Damon: "Verdimmich!"
Ich bin ja zwar wasserschei, awer jetz schwimm ich!"
Un glicklich erreichtr de andere Seite.
Da hubbt uffn zu änne grässliche Meite.
Von Reiwern un Märdern mit Schbießen un Schtang,
die wolln sich Härrn Damon zum Ahmbrod fang.
Där awer, nich faul, bocht se alle vorn Gobb
un flitzt dann drufflos in geschtreckdm Galobb.
Doch gaum isr zwanzich Minuten gerannt,
da gommt änne Dame, dodschick, elegant.
Die schmeißtn ä Blick zu, där gehtn dorchs Mark.
Jetz, Damon, sei dabfer! Jetz, Damon, sei schtark!
"Mir genn uns doch, Gleener", meent zärtlich de Sieße.
Schon zittern Härrn Damon de Gnie un de Fieße,
da dänktr an Baulchen un brillt: "Heite nich!"
De hibsche Gogotte zieht weiter ihrn Schdrich.
Un wilder dud Damon druff rasen un jagen.
Schon sihtr von Färne de Gärchdärme ragen,
da fiehltr: ähmd jetz wärd ergriffen dei Baul!
Un saust nachn Ziel wie ä wahnsinncher Gaul.
Verliert seine Laatschen, dn Schärm un de Brille.
doch's isn egal, geen Moment schtehdr schtille,
fliecht iwer ä Wärschtchenmann, stärzt durch 'ne Scheibe
Un landet vorm Galchen mit bibberndem Leibe.
"Hah", brilltr zum Hänker, "das gennt eich so bassn!
Gleich lässte mei Baulchen los! Mich mussde fassn!"
"Nanu", meent bedäbbert dr beese Dyrann,
"da gommt ja weeßgnebbchen där Esel noch an!"
Doch weil alle Leite so jubeln un Schrein,
da lädr die Beeden zum Dauerschkat ein
un flistert zum Scharfrichter: "Bis' ohne Sorchen,
mr hängse in aller Gemiedlichgeet morchen!"

(Lene Voigt)

Montag, 9. November 2009

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Als ich 2004 erfuhr, dass unser Orchester 2005 eine Chinareise unternehmen wird, rief ich sofort meine Eltern an. Die waren völlig aus dem Häuschen und freuten sich mit mir - und ihr erster Kommentar, als ich sie zu einem solchen kommen ließ, war: "In deinem Alter... wie hätten wir uns das damals gewünscht, aber das war undenkbar!" Dieser Satz war mir durchaus nicht neu, ich habe ihn auf so vielen Reisen vorher bereits gehört.

Ich bin froh darüber in einem Land leben zu können, welches ich jeder Zeit verlassen kann. Dass mir Grundrechte sichert, in dem ich meinem Nachbarn über den Weg trauen kann, in welchem demokratische Entscheidungen getroffen werden und welches mich nicht an jeder Ecke einschränkt. Dass dies nicht selbstverständlich ist, hat uns die jüngste Geschichte gelehrt. Wenn ich mitbekomme, was meine Eltern erzählen, bin ich froh über einfache Dinge:

Ich darf studieren.
Ich darf sogar bestimmen, was ich studieren will.
Ich darf Reisen.
Ich darf meine künstlerische Ader ausleben, wie ich will.
Ich darf meine Meinung frei äußern.
Ich muss mich beim Schreiben von Artikeln nicht an inhaltliche, zwingende Vorgaben halten.
Ich darf glauben, woran ich will, ohne Repressalien befürchten zu müssen.
Ich kann wirklich wählen.
Ich bekomme überall "Südfrüchte"!
Ich muss mich nicht verbiegen.
Ich muss keiner staatlichen Jugendorganisation angehören.
Ich muss mich auf der Suche nach wirklichen Nachrichten nicht in halbillegales Gebiet begeben.

Zu dieser Liste würde mir noch so viel einfallen... kurzum: Ich bin froh, dass ich in einer Generation aufgewachsen bin, die Deutschland nunmal als Gesamtheit und nicht als Summe zweier Teile betrachtet. Auch wenn ich, rückblickend, gern mehr Erinnerungen an die Zeit davor hätte (wofür ich damals schlicht und ergreifend noch zu klein war, die wenigen Erinnerungen an diese Zeit sind winzig und rein persönlich). Das aber vor allem, um den Vergleich noch besser zu haben.

Heute Morgen las ich in der Zeitung, dass sich sowohl in den alten, als auch in den neuen Bundesländern bei einer Umfrage ca. 12% der Befragten kein Problem damit hätten, wenn die Mauer wieder stehen würde. Allen, die dann auf "meiner" Mauerseite sein würden, sollten sich noch mal die Gründe ins Gedächtnis rufen, über die sie früher jeden Tag geklagt haben. Allen auf der "anderen Seite" kann ich einfach nichts außer leeren Blicken entgegenbringen.

Freitag, 6. November 2009

Geld ausgeben für Geld einstecken

Möchte mir zufällig jemand, neben den Octopus-Tights, etwas zu Weihnachten schenken? Ja? Sehr schön. In meiner unvergleichlich mütterlichen Art und Weise habe ich da auch gleich noch etwas rausgesucht, damit sich niemand erst lang bemühen muss! Es handelt sich um folgende, unglaublich hübsche und handgearbeitete Geldbörsen:














Sind die nicht hübsch? Klickt doch mal bei Stulle durch, unbedingt sogar! Denn da gibts unheimlich viele schicke Portemonaies und jedes Einzelne davon ist ein Hingucker. Wenn da nur der (sicherlich irgendwie gerechtfertigte) Preis nicht wäre...

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So, endlich ist es soweit. die Katze darf aus ihrem nicht mehr allzu engmaschig gestrickten Sack entlassen und die frohe Kunde Neuigkeiten im Internet verbreitet werden:
Das Landesjugendblasorchester Sachsen (LJBO) hat einen Mann weniger. Klingt unspektakulär, wird aber interessanter wenn man weiß, dass es sich dabei um den Dirigenten handelt. Peter Vierneisel wird ab nächstem Jahr nicht mehr Dirigent des LJBO sein, an seine Stelle tritt der Bundesmusikdirektor Heiko Schulze übergangsweise für ein Jahr.
Ich kann euch sagen: Es war ein Kampf in letzter Zeit. Ich müsste lügen um zu behaupten, dass jemand über diesen Wechsel traurig ist. Auch wenn wir viel von ihm profitieren durften gab es doch, auch und vor allem abseits des muskialischen Geschehens, Scharmützel, die ihre Ausläufer bis weit in das Orchester trieben. Hinzu kommen noch diverse Verfehlungen und ein in letzter Zeit sich zuspitzender Streit sowie eine ziemlich verzerrte Wahrnehmung von Tatsachen und Vorgaben, sodass der Schritt zum Schluss wohl unausweichlich war. Die Mitgliederzahlen sind in den vergangenen 2 Jahren dramatisch gesunken, große Hoffnung auf Besserung dieser Lage bestand Leider beim Ausblick auf das für die nächsten 2 Jahre geplante Programm auch nicht. Dann noch stoisch auf der eigenen (weil wichtigsten! hüstel...) Meinung zu beharren ist nicht nur unflexibel, sondern auch sagenhaft unklug. Schlussendlich war die Situation so zugespitzt, dass bei einer gleichbleibenden Spitze wohl die meisten noch verbliebenen Musiker, inklusive mir, das Handtuch geworfen hätten. So weh es uns getan hätte, aber dann muss man wohl doch konsequent sein. Leid getan hätte es mir vor allem um das Orchester, dass zur Förderung junger Talente da ist und in letzter Zeit vor allem nur noch zur finanziellen Unterstützung von Aushilfen und zur Profilierung Einzelner da war.
Uns bleibt nun nur zu sehen, wohin die Reise nun geht. Hoffentlich zurück zum Förder-Gedanken, denn irgendwie hieß das ganze doch 'Fördern und Fordern', nicht "nur Fordern".
Passend zu diesem neuen Abschnitt präsentiert sich das LJBO Sachsen auch seine neue Homepage, die zwar noch etwas leer, aber dafür hübsch ist. Wer mich auf einem Foto findet darf sich freuen, vor allem nicht lachen und auch bitte nicht mit meiner Registerkollegin verwechseln.

Donnerstag, 5. November 2009

Theater

So schnell kanns gehen - eigentlich wollten T. und ich heut Abend an der Profilausarbeitung unseres Dresdner Orchesters arbeiten, stattdessen gehen wir jetzt ins Theater. Meine Eltern haben Anrecht und können nicht hingehen, da übernehmen wir das doch gern. Gespielt wird die "Heilige Johanna der Schlachthöfe" und ich freu mich ganz arg! Kann ich doch so gleich meinen neuen Lila Rock ausführen...