Montag, 9. Januar 2012

Das Boot

Die Barke, steuerlos in fremden Gewässern; ankerlos und ohne Orientierung. Dabei das Meer wie tiefschwarze Erde, ringsumher Wellen zum Stoßen. Zerreißen! Die Splitter krachen, kaum sichtbar gehen sie unter. Und doch: Das Boot, es fährt. Es treibt. Zielloses driften von Welle zu Welle im insellosen Ozean; Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Nacht und Tag als gleichförmiger Rhythmus, den die See stört mit ihrem Getöse. Trügerische Windstille als Vorbereitung auf den nächsten Kampf mit ungewissem Ausgang. Nur ein mal verfängt sich das Schleppseil kurz in einem vorbeiziehenden Ast als ein kurzer Moment von Nähe. Der Schein des Halts bis zum nächsten Sturm, in dem der Ast sinkt, das Floß weiter muss zwischen die Wellen als Spielball unsichtbarer Kräfte.

(© thg)

1 Kommentare:

Leisy hat gesagt…

Ja ich gebe dir Recht.. es sind schon viele Vorsätze aber schaffen kann ich die schon.. hab ja ein ganzes Jahr Zeit :)

Liebe Grüße und danke für deinen Kommentar

Leisy